Clementinen: Was sie sind, warum sie kernlos sind, Sorten und Saison
Von Pietro Salonna, agrartechniker · Azienda Agricola Salonna · Aktualisiert am
Die Clementine (Citrus × clementina) ist eine Zitrusfrucht aus einer natürlichen Kreuzung von Mandarine und Süßorange. Daher stammen die Eigenschaften, die sie so beliebt machen: eine dünne, leicht abziehbare Schale, süßes und saftiges Fruchtfleisch und vor allem fast keine Kerne.
Wir bauen sie in der Piana di Sibari an, einer Ebene am Ionischen Meer in Kalabrien (Süditalien), und versenden sie frisch geerntet: Hier finden Sie unsere kernlosen Clementinen.
Warum sind Clementinen kernlos?
Die Clementine ist aus einem botanischen Grund eine kernlose Frucht: Ihre Blüten können sich nicht mit dem eigenen Pollen befruchten. Erhalten sie keinen Pollen von anderen Zitrussorten, entwickeln sich die Früchte trotzdem – nur eben ohne Kerne. Derselbe Mechanismus macht auch Navelorangen kernlos.
Warum findet man trotzdem manchmal Kerne? Blühen in der Nähe des Zitrushains andere kompatible Zitrusfrüchte, etwa bestimmte Mandarinen oder Hybriden, können Bienen deren Pollen auf die Clementinenblüten übertragen. Dann bilden sich in der Frucht ein oder zwei Kerne. Deshalb heißt es, Clementinen seien „fast immer“ kernlos.
Clementinen oder Mandarinen: Welche sind kernlos? Die Clementinen. Die echte Mandarine hat viele Kerne, während „Mandarancio“ in Italien nur ein anderer Name für die Clementine ist. Alle Unterschiede finden Sie in unserem Ratgeber Clementine oder Mandarine.
Unsere kernlosen Clementinen wachsen in der Piana di Sibari und werden erst nach Ihrer Bestellung von Hand geerntet: jetzt die 15-kg-Kiste bestellen.
Wann haben Clementinen Saison?
In Kalabrien beginnt die Ernte zwischen Ende Oktober und November mit den frühen Sorten und reicht mit den späten Sorten bis in den Februar. In diesen Monaten sind Clementinen am süßesten und saftigsten.
Sie möchten wissen, wann auch Orangen, Zitronen und Grapefruits Saison haben? Werfen Sie einen Blick in unseren Saisonkalender für Zitrusfrüchte.
Welche Clementinen-Sorten gibt es?
Es gibt viele Clementinensorten, die sich vor allem durch ihre Reifezeit unterscheiden: Zusammen decken sie die Erntemonate von Oktober bis Februar ab. Die wichtigsten sind:
- Frühe Sorten (Oktober – Anfang November): Caffin, Spinoso, Marisol.
- Hauptsaison (November – Dezember): die Comune, die klassische und am weitesten verbreitete Clementine, mit Selektionen wie SRA 63, sowie die Nules.
- Späte Sorten (Dezember – Februar): Tardivo und Hernandina.
- Clementinen-Hybriden: Nova (Dezember – Februar) und Tacle (Ende Dezember – Januar), eine Kreuzung mit der Orangensorte Tarocco. Im Handel findet man außerdem späte Mandarinen-Hybriden wie Tango und Mandalate, die oft als Clementinen verkauft werden.
Reifezeiten und Eigenschaften der einzelnen Sorten – mit einem Schwerpunkt auf Nova und Tacle – finden Sie in unserem Ratgeber Clementinen-Sorten.
Wir selbst bauen die klassischen, am weitesten verbreiteten Sorten in der Piana di Sibari an und ernten sie von Ende Oktober bis Januar.
Woran erkennt man gute Clementinen?
- Gewicht: Wählen Sie Früchte, die für ihre Größe schwer in der Hand liegen – sie sind am saftigsten.
- Farbe: Die Schale sollte leuchtend und gleichmäßig orange sein.
- Duft: Reife Clementinen duften intensiv und verlockend.
- Blätter: Hängt noch ein frisches grünes Blatt daran, wurden sie erst vor Kurzem geerntet.
Wie lagert man Clementinen richtig?
Bei Raumtemperatur an einem kühlen, trockenen Ort halten sich Clementinen etwa eine Woche, im Gemüsefach des Kühlschranks auch länger. Bewahren Sie sie besser nicht in Plastiktüten auf: Sie müssen atmen können.
Nährwerte und Vitamin C
100 g Clementinen liefern etwa 47 kcal und rund 48 mg Vitamin C. Clementinen sind damit eine Vitamin-C-Quelle. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise sind wichtig. Ausführlich erklären wir das im Ratgeber Vitamin C in Zitrusfrüchten.
Geschichte und Herkunft der Clementine
Die Herkunft der Clementine geht auf den Ordensbruder Clément Rodier zurück, der sie Anfang des 20. Jahrhunderts im Garten des Waisenhauses von Misserghin in Algerien entdeckte – nach ihm ist sie benannt. Neuere genetische Studien haben bestätigt, dass es sich um eine Kreuzung aus Mandarine und Süßorange handelt.
Wie werden Clementinen angebaut?
Die Clementine braucht ein mediterranes Klima mit milden Wintern und heißen Sommern – deshalb zählt die Piana di Sibari zu den idealen Anbaugebieten. Die Bäume werden jedes Jahr geschnitten, damit sie hochwertige Früchte tragen, und geerntet wird von Hand, sobald die Früchte die richtige Reife erreicht haben.
Vom Baum direkt zu Ihnen nach Hause
In unserem Zitrushain ernten wir die Clementinen erst nach Ihrer Bestellung und versenden sie ohne Nacherntebehandlung direkt vom Erzeuger zu Ihnen nach Hause.
Clementinen in der Küche
Clementinen schmecken nicht nur frisch aus der Hand, sie sind auch eine vielseitige Zutat:
- Säfte: Ob gepresst oder entsaftet – ihr Saft ist süß und aromatisch.
- Marmelade und Konfitüre: ideal für Tartes und zum Frühstück.
- Obstsalate und Salate: Sie passen gut zu Äpfeln, Birnen, Kiwis und Fenchel.
- Herzhafte Gerichte: für süßsaure Saucen und zum Verfeinern von hellem Fleisch und Fisch.
Viele Ideen finden Sie in unseren Rezepten mit Zitrusfrüchten.
Clementine, Mandarine oder „Mandarancio“?
Clementine und Mandarine sehen sich ähnlich, sind aber verschiedene Früchte. „Mandarancio“ wiederum ist der Name, unter dem die Clementine in vielen Regionen Italiens bekannt ist. Alle Unterschiede haben wir im Ratgeber Unterschied zwischen Clementinen und Mandarinen zusammengestellt.
Weitere Fragen zu Clementinen
Wie heißt der Baum, an dem Clementinen wachsen?
Auf Deutsch einfach Clementinenbaum. Im Italienischen unterscheidet man zwischen clementino (dem Baum, so wie „arancio“ der Orangenbaum ist) und clementina (der Frucht). In manchen Gegenden Italiens wird „clementino“ allerdings auch für die Frucht verwendet.
Wie nennt man Obst ohne Kerne?
Kernloses Obst bezeichnet man in der Fachsprache als apyren. Kernlose Früchte entstehen häufig durch Parthenokarpie: Sie entwickeln sich, ohne dass die Blüte befruchtet wurde. Das ist bei Clementinen und Navelorangen der Fall. Weitere Beispiele sind Bananen, kernlose Weintrauben und kernlose Wassermelonen.
Haben Nova-Clementinen Kerne?
Das kann vorkommen. Die Nova ist ein Clementinen-Hybrid und befruchtet sich wie die Clementine nicht mit dem eigenen Pollen. Blühen in der Nähe jedoch andere kompatible Sorten, übertragen Bienen deren Pollen, und in den Früchten bilden sich teils recht viele Kerne. Isoliert angebaut hat sie dagegen wenige oder gar keine.
Wann reifen späte Clementinen?
Die späten Sorten reifen zwischen Dezember und Februar: Tardivo von Dezember bis Januar, Hernandina von Januar bis Mitte Februar und der Hybrid Tacle von Ende Dezember bis Januar. Sie verlängern die Saison, wenn die klassischen Clementinen zu Ende gehen. Unsere kernlosen Clementinen werden von Ende Oktober bis Januar geerntet.
Clementinen kaufen – direkt vom Erzeuger
Wählen Sie die 15-kg-Kiste kernlose Clementinen oder eine unserer gemischten Zitruskisten mit Orangen und Clementinen.
Über den Autor
Pietro Salonna · Agrartechniker
Pietro Salonna ist Agrartechniker (perito agrario) und schreibt die Ratgeber von AgrumiShop. Er ist der Sohn von Andrea Salonna, Landwirt und Inhaber der Azienda Agricola Salonna, die in Corigliano-Rossano in der Ebene von Sibari (Kalabrien) Zitrusfrüchte anbaut: ein Familienbetrieb, der das Land seit drei Generationen bewirtschaftet.
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